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<title>Heinrich Alef</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Heinrich Alef</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Heinrich „Heinz“<sup id="cite_ref-mdb_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-mdb-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Alef</b> (* <a href="31._Oktober" title="31. Oktober">31. Oktober</a> <a href="1897" title="1897">1897</a> in <a href="Impekoven_(Alfter)" title="Impekoven (Alfter)">Impekoven</a>; † <a href="29._September" title="29. September">29. September</a> <a href="1966" title="1966">1966</a> bei <a href="Unna" title="Unna">Unna</a>) war in der <a href="Deutsches_Reich_1933_bis_1945" class="mw-redirect" title="Deutsches Reich 1933 bis 1945">Zeit des Nationalsozialismus</a> von 1933 bis 1945 <a href="B%C3%BCrgermeister" title="Bürgermeister">Bürgermeister</a> von <a href="Bad_Godesberg" title="Bad Godesberg">Bad Godesberg</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Heinrich Alef wurde als Sohn eines Landwirts geboren, er besuchte in Impekoven die Volksschule und in <a href="Bonn" title="Bonn">Bonn</a> das Gymnasium. Anschließend wurde er 1916 Soldat. Nach dem Kriegsende arbeitete Alef für eine Bonner Baumaterialhandlung, 1921/22 als Niederlassungsleiter in <a href="Wei%C3%9Fenthurm" title="Weißenthurm">Weißenthurm</a>. Danach machte er sich in dieser Branche sowie mit einer Versicherungsagentur und einer Steuerberatung selbständig. 1925 heiratete Alef und wurde Vater einer Tochter.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="„Kampfzeit“_und_nationalsozialistische_Diktatur"><span id=".E2.80.9EKampfzeit.E2.80.9C_und_nationalsozialistische_Diktatur"></span>„Kampfzeit“ und nationalsozialistische Diktatur</h3></div>
<p>Alef trat bereits zum 1. August 1930 der <a href="Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei" title="Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei">NSDAP</a> bei (<a href="Liste_der_NSDAP-Mitgliedsnummern" class="mw-redirect" title="Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern">Mitgliedsnummer</a> 283.186).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er wurde zwischen 1932 und 1934 <a href="Struktur_der_NSDAP#Ortsgruppenleiter" title="Struktur der NSDAP">Ortsgruppenleiter</a> in <a href="Witterschlick" title="Witterschlick">Witterschlick</a>/<a href="Duisdorf" title="Duisdorf">Duisdorf</a> und in <a href="Mehlem" title="Mehlem">Mehlem</a> sowie Kreisamtsleiter der NSDAP für Kommunalpolitik und hatte auch einen Sitz im Kreisausschuss des Kreistages Bonn-Land.
</p><p>Am 14. März 1933 wurde Alef als Nachfolger des abgesetzten Bürgermeisters <a href="Josef_Zander_(Politiker)" title="Josef Zander (Politiker)">Josef Zander</a> (<a href="Deutsche_Zentrumspartei" title="Deutsche Zentrumspartei">Zentrum</a>) <a href="Staatskommissar" title="Staatskommissar">Staatskommissar</a> für Bad Godesberg und am 21. April in Abwesenheit der Stadtvertreter von <a href="Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands" title="Sozialdemokratische Partei Deutschlands">SPD</a> und <a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">KPD</a> zum Bürgermeister gewählt. Seine Amtsführung wurde nach dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> zwar zwiespältig beurteilt – er führte aber im Ergebnis konsequent die Politik der NSDAP in Bad Godesberg aus. Eine gewisse Bürgernähe nutzte er dazu, in Einzelfällen Gefälligkeiten zu erweisen. Der Bad Godesberger <a href="Entnazifizierung" title="Entnazifizierung">Entnazifizierungsausschuss</a> vermerkt 1949 dazu: <i>„Nach den von Alef vorgelegten Gutachten hat er in einzelnen Fällen aus gewissen Gründen eine Ausnahme gemacht; aber die in Godesberg alteingesessenen jüdischen Familien sind alle restlos ausgerottet worden und kein Alef hat sich darum gekümmert.“</i><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Er nutzte die bekannte Vorliebe <a href="Adolf_Hitler" title="Adolf Hitler">Adolf Hitlers</a> für Bad Godesberg aus, um für sich und die Stadt Freiheiten und Vorteile zu erringen. Stets sorgte er bei Besuchen seines „Führers“ für ein angemessen applaudierendes Publikum in der Stadt und sonnte sich im Glanz der Prominenz, die in der Regel im <a href="Rheinhotel_Dreesen" title="Rheinhotel Dreesen">Rheinhotel Dreesen</a> abstieg. Gelegentliche Höhenflüge wurden ihm von den übergeordneten Behörden nachsichtig verziehen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Alef übte das Bürgermeisteramt bis zum 6. März 1945 aus, als er sich vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen wie sein Bonner Kollege <a href="Ludwig_Rickert" title="Ludwig Rickert">Ludwig Rickert</a> auf das rechte Rheinufer flüchtete.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Entnazifizierung">Entnazifizierung</h3></div>
<p>Noch am Tag vor Inkrafttreten der <a href="Bedingungslose_Kapitulation_der_Wehrmacht" title="Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht">bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht</a> am 8. Mai 1945 wurde Alef in amerikanische Internierungshaft genommen. Nach Streitigkeiten zwischen amerikanischen und britischen Strafverfolgern über die <a href="Entnazifizierung" title="Entnazifizierung">Bewertung seiner NS-Vergangenheit</a> und Zwischenstationen in den Lagern Kornwestheim und Dachau folgte am 9. Dezember 1947 das Verfahren vor der <a href="Spruchkammerverfahren" title="Spruchkammerverfahren">Spruchkammer</a> <a href="Benefeld" title="Benefeld">Benefeld-Bomlitz</a> in der <a href="Britische_Besatzungszone" title="Britische Besatzungszone">Britischen Besatzungszone</a> wegen Mitgliedschaft in der Kreisleitung der NSDAP und Kenntnis der nationalsozialistischen Verbrechen.
</p><p>Alef wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, das durch die Internierung als verbüßt galt, und freigelassen. Auf die folgend von ihm eingelegte Revision hin hob der Oberste Spruchgerichtshof in <a href="Hamm" title="Hamm">Hamm</a> 1948 das Urteil auf, der Freispruch folgte Anfang 1949. Einen Rechtsstreit mit der Stadt Bad Godesberg über seine Pensionsansprüche aus der Zeit als Bürgermeister verlor Alef letztinstanzlich 1956. Das <a href="Oberverwaltungsgericht_f%C3%BCr_das_Land_Nordrhein-Westfalen" title="Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen">Oberverwaltungsgericht Münster</a> stellte dazu fest, dass er in erster Linie nicht wegen seiner Befähigung, sondern deshalb Bürgermeister wurde, weil er Nationalsozialist war.
Der ehemalige Rektor der Bad Godesberger Burgschule, Schieffer, war nach dem Krieg als Leiter des Entnazifizierungsausschusses für den Landkreis Bonn zuständig und schrieb in seinem Bericht vom 23. Oktober 1948:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Zusammenfassend darf man sagen: Alef war echter Nationalsozialist, egoistisch und terroristisch. Zwar war er klug genug, äußerste Schritte zu vermeiden, und es stimmt, dass er nicht der schlimmste Bürgermeister gewesen ist. Darum wäre es unrecht, ihn zu den Hauptschuldigen zu gruppieren. Auch in den beiden Fällen mit tödlichem Ausgang (Levi und <a href="Joseph_Roth_(Politiker)" title="Joseph Roth (Politiker)">Roth</a>) hat Alef dieses Ende bestimmt nicht gewollt; aber er ist durch sein anfänglichen Mitwirken mitschuldig...Alef darf keinen Anspruch auf Pension erheben und kein öffentliches Amt mehr bekleiden.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Im_zivilen_Leben_nach_1950">Im zivilen Leben nach 1950</h3></div>
<p>In den 1950er Jahren war Alef wirtschaftlich mit der Wiederverwertung alter Bahnschienen wieder erfolgreich. Politisch und in der Öffentlichkeit wurde er als Mitglied des <a href="Gesamtdeutscher_Block/Bund_der_Heimatvertriebenen_und_Entrechteten" class="mw-redirect" title="Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten">Bundes der Heimatvertriebenen</a> bekannt. So kandidierte er 1953 für den GB/BHE zum Deutschen Bundestag,<sup id="cite_ref-mdb_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-mdb-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sein Listenplatz reichte aber nicht zum Einzug in das Parlament. Später war er in der FDP im Landkreis Altena aktiv und Kreistagsmitglied in <a href="Meinerzhagen" title="Meinerzhagen">Meinerzhagen</a>.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Heinrich Alef starb am 29. September 1966 bei einem Autounfall in der Nähe von Unna.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ul><li>Horst-Pierre Bothien: <i>Das braune Bonn. Personen und Ereignisse (1925–1939). Mit zwei Beiträgen von Ansgar Sebastian Klein</i> (= <i>Forum Geschichte.</i> Band 5). Klartext, Essen 2005, ISBN 3-89861-419-0.</li>
<li><a href="Bonner_Geschichtswerkstatt" title="Bonner Geschichtswerkstatt">Bonner Geschichtswerkstatt e.V.</a> (Hrsg.) / Red. Sabine Harling, Andrea Lummert, Erhard Stang: <i>Wie herrlich duftet es hier nach Eau de Cologne! Bad Godesberg – ein historisches Lesebuch.</i> Bonn 2008, ISBN 978-3-9806609-3-8, auswertend und zitierend:
<ul><li>Bundesarchiv Berlin: Personalakte Alef</li>
<li>Bundesarchiv Koblenz: Z 42 IV 6888</li>
<li>Stadtarchiv Bonn: Go PA 2736</li>
<li>Archiv des Rhein-Sieg-Kreises Siegburg: Personalakte Alef</li>
<li>Dietrich Jung: <i>8. März 1945 – Kriegsende für Bad Godesberg</i>. In: Godesberger Heimatblätter 23, 1985, S. 13–23.</li></ul></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kultur-in-bonn.de/magazin/bonn-passac/anzeige/article/ich-bin-dann-mal-weg-1236186599.html">kultur-in-bonn.de</a></li>
<li><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://deadurl.invalid/http://www.3kmodels.com/Kategorie:FDP-Mitglied">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.3kmodels.com/Kategorie:FDP-Mitglied">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.3kmodels.com</span><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.3kmodels.com/Kategorie:FDP-Mitglied">3kmodels.com</a> <small>(Seite nicht mehr abrufbar. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.3kmodels.com/Kategorie:FDP-Mitglied">Suche in Webarchiven</a>)</small></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/03/10/a0060">taz.de</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-mdb-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-mdb_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-mdb_1-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><cite style="font-style:italic">Alef, Heinz</cite>. In: <a href="Martin_Schumacher_(Historiker)" title="Martin Schumacher (Historiker)">Martin Schumacher</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">M.d.B. – Die Volksvertretung 1946–1972. – [Abatz bis Azzola]</cite> (= <cite style="font-style:italic">KGParl Online-Publikationen</cite>). Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e. V., Berlin 2006, ISBN 3-7700-5224-2, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>14</span>, <a href="Uniform_Resource_Name" title="Uniform Resource Name">urn</a>:<a rel="nofollow" class="external text" href="https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-2014070812574">nbn:de:101:1-2014070812574</a> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.kgparl.de/online-volksvertretung/pdf/mdb-a.pdf">kgparl.de</a> [PDF; <span style="white-space:nowrap">187<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>kB</span>; abgerufen am 3. Februar 2025]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Heinrich+Alef&rft.atitle=Alef%2C+Heinz&rft.btitle=M.d.B.+-+Die+Volksvertretung+1946-1972.+-+%5BAbatz+bis+Azzola%5D&rft.date=2006&rft.genre=book&rft.isbn=3770052242&rft.pages=14&rft.place=Berlin&rft.pub=Kommission+f%C3%BCr+Geschichte+des+Parlamentarismus+und+der+politischen+Parteien+e.+V.&rft.series=KGParl+Online-Publikationen" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/320855</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Bonner_Geschichtswerkstatt" title="Bonner Geschichtswerkstatt">Bonner Geschichtswerkstatt e.V.</a> (Hrsg.): <i>Wie herrlich duftet es hier nach Eau de Cologne!</i> Bonn 2008, ISBN 978-3-9806609-3-8, S. 156.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">So ordnete Alef 1937 an: <i>„Ich habe festgestellt, daß vor der Büste des Führers im Rathause nicht die gebührende Ehrenbezeugung ausgeführt wird. Beim Betreten des Portals ist diese Büste mit dem <a href="Hitlergru%C3%9F" title="Hitlergruß">deutschen Gruß</a> zu grüßen.“</i> Diese Anweisung überdauerte zwei Monate. (Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, PA Alef)</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Stadtarchiv Bonn, Entnazifizierungsausschuss Landkreis Bonn: <i>Personalakte H. Hopmann Nr. 78.</i></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Bonner Geschichtswerkstatt e.V.: <i>Wie herrlich duftet es hier nach Eau de Cologne! Bad Godesberg – ein historisches Lesebuch.</i></span>
</li>
</ol>
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